Was ist Meditation?
Es gibt viele verschiedene Arten von Meditationen und auch der Begriff Meditation wird zum Teil sehr unterschiedlich verstanden. Allgemein hin stellt man sich jemanden im Schneidersitz vor, der die Augen geschlossen hält und vielleicht etwas vor sich hermurmelt oder einfach aufrecht und still da sitzt. Die meisten Meditationsarten sehen so aus, und doch gibt es große Unterschiede.
Neben der Sitzmeditation gibt es noch andere Meditationsformen, wie z.B. Tai Chi, das die Bewegung zur Meditation macht. Im Zen-Buddhismus ist das Bogenschießen als Meditation bekannt, auch die traditionelle Tee-Zeremonie ist eine Form der Meditation.
Es gibt verschiedene Objekte, auf die man sich während der Meditation konzentriert. Dies kann Bild, Ton, Geschmack, Geruch, Körperempfinden oder Gedanke sein. Meditation kann in fester Position oder in Bewegung geübt werden.
Immer wird eine große Konzentration auf das Objekt der Meditation gerichtet. Diese Konzentration hat den Nebeneffekt, dass man ruhiger und entspannter wird. Im Alltag wird unsere Aufmerksamkeit von unglaublich vielen Dingen gefordert, Stress und Unruhe sind unsere gewohnten Begleiter. Aber einfach den Moment zu genießen ist eine Kunst die wir verlernt haben. Meditation ist nun der Weg diese Fähigkeit in uns zu entwickeln. Die Fähigkeit im Hier und Jetzt zu sein.
Im Hier und Jetzt zu sein ist keine Leichtfertige Sache, für den „zivilisierten“ Mensch. Die meisten von uns wissen eigentlich nicht was das bedeutet. Unser Geist, oder genauer der Punkt der Aufmerksamkeit ist immer auf eine Sache gerichtet, nur wechselt dieser Punkt gedankenschnell von einer Sache zur nächsten. Und wir bekommen meist nur die Spitze des Eisberges mit. Reizüberflutet und sozial isoliert haben wir den kontakt zu unseren inneren Quellen verloren.
Diesen normalerweise umherflakernden Punkt der Aufmerksamkeit kann man auch Bewusstsein nennen – das was uns bewusst ist. Da wir uns dem Großteil unserer Gedanken, Gefühle und Sinneseindrücke nicht bewusst sind spricht die Psychologie vom Unterbewussten. Wir denken, wir würden bewusste Entscheidungen treffen, und übersehen das wir beeinflusst werden durch unseren Erfahrungen, Glaubenssätze, Meinungen, Ängsten und Sehnsüchten, die in uns verankert sind.
Lange bevor wir das erste Wort sagen, hat das Unterbewusstsein schon die nächsten 3 Sätze gebildet, ohne dass wir uns dessen bewusst sind. So kommt vielleicht eine Situation, in der wir uns mit Jemanden versöhnen wollen. Jedoch bemerken wir das wir nach einem kurzen Wortwechsel wieder in einen Streit verwickelt sind. Oder wir wollen etwas an uns verändern, eine schlechte Gewohnheit z.B., schaffen es aber nicht. Wir scheitern an uns selbst. Wir wollen Frieden und schaffen Krieg.
Die Christliche Geschichte ist ein gutes Beispiel für diese schreiende Schizophrenie. Im neuen Testament ist von Liebe, Vergebung und Pazifismus die Rede. Unterdrückung, Machtgier und Krieg zog sich jedoch durch die Geschichte der Christenheit. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Jesus wirklich meinte die Sünden der Menschheit auf sich zu nehmen, und allein der Glaube an ihn der Weg ins Himmelreich ebne.
Jeder ist seines Schicksals Schmied. Wie kann das aber sein, wenn wir doch nach der obigen Feststellung sosehr von unseren Unterbewußten beeinflusst werden?
Nehmen wir die Metapher vom schmieden zur Hilfe. Wir haben ein Metal, das wir schmieden wollen. Das ist unser Leben. Es liegt aber nicht in unserer Hand, welches Metal wir schmieden. Wir haben nur dieses eine Leben, diese einzigartigen Bedingungen. Vielmehr ist es wichtig, was wir daraus machen und wie.
Bleiben wir beim Schmieden. Der Hammer ist in dem Vergleich unserer Wille, den wir führen. Wir bestimmen mit welcher Kraft wir schlagen und wie genau wir das Metal treffen. Das wäre dann die Konzentration.
Der Ambos steht für unser geistiges Fundament. Er muss fest auf der Erde stehen und den Hammerschlägen standhalten können.
Wenn wir geduldig und fleißig sind, können wir dann ein wunderbares Werkzeug oder eine scharfe Waffe formen. Dies repräsentiert unseren Charakter, an dem wir ein leben lang arbeiten sollten und immer wieder prüfen müssen.
Was aber hat das nun alles mit Meditation zu tun? Meditation ist der Schmiedvorgang an sich. Wir konzentrieren uns ganz und gar darauf. In der Schmiede läuft kein Radio, der Fernseher ist aus und jeder der stört hat draußen zu bleiben.
Wir konzentrieren uns ganz darauf wie wir den Hammer führen, spüren wie sich das Metal unter den Schlägen verformt und kommen dadurch ein gutes Stück voran. In diesen Moment sind wir der Schmied, und wir arbeiten an unserer Schmiedetechnik und an diesem Metal das das Leben repräsentiert.
Wir können beim Schmieden auch Radio hören, uns unterhalten und dazu noch im Internet surfen. Aber man kann sich vorstellen, wie unkonzentriert wir unsere Schläge führen oder der Hammer ganz und gar liegen bleibt. Das Metal kühlt ab und wir müssen es von neuem in der Esse erhitzen und so weiter. Wir kommen schlecht voran und aus dem Metal wird wohl nie ein gutes Werkzeug.

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Was Meditation bewirken kann.
Meditation ist also eine Möglichkeit an uns zu arbeiten, oder das sollte es zumindest sein. Es ist wichtig die richtige Meditation zu finden, die uns diese Möglichkeit gibt. Meditation ist keine Trance oder Hypnose. Um zu meditieren, brauchen wir keinen Lama oder Guru, keine Götter, Geister oder Rituale.
Meditation sollte sehr einfach sein und sie sollte unseren Geist öffnen und unsere Wahrnehmung erweitern. Ruhe und Ausgeglichenheit sind Effekte einer richtigen Meditation. Es gelingt uns besser unseren Alltag zu bewältigen und wir bauen unsere Ängste und Sehnsüchte ab. Wir werden selbstbewusster und unabhängiger. Das sind Auswirkungen guter Meditationsarbeit.
Stellen sich diese Symptome nicht ein ist etwas falsch. Das kann an unserer Technik liegen oder auch an unserer Einstellung. Meditation wirkt sich auf unser Leben aus und umgekehrt. Es ist förderlich ein aufrichtiges und selbstloses Leben zu führen, anderen zu helfen oder zumindest keinen Schaden zuzufügen. Sich den Schwierigkeiten des Lebens stellen und Frieden mit uns und unserer Umwelt schließen. Wir müssen auf unser Herz hören, auf die innere Stimme, die uns den rechten Weg weißt und danach handeln.
Wir werden nicht zur Ruhe finden, wenn unser Gewissen mit leidenschaftlichen Verstrickungen beladen ist. Wir müssen uns von diesen Balast frei schaufeln, nur dann können wir Frieden finden. Das Leben ist aber auch so beschaffen, das wir immer wieder eine neue Chance bekommen. Wir bekommen vielleicht sogar so oft eine Chance bis wir es irgendwann begriffen haben, und die Situation richtig lösen. Meditation hilft uns wiederkehrende Verhaltensmuster zu erkennen und zu überwinden.
Innerhalb der Meditation sind wir in einem aufmerksamen Zustand. Das Kopfkino beginnt und wir schauen einfach nur zu was passiert, bis die Wogen sich glätten. Die Wogen werden sich nur langsam glätten, jedes Mal ein bisschen mehr. Doch mit Geduld wird der Geist ruhiger und beständiger. Wir hüpfen nicht mehr von einem Gedanken zum nächsten. Wir bekommen eine klarere Sicht von dem was wichtig ist und halten uns nicht zusehr an dem vergangenen auf. Entscheidend ist, was jetzt passiert, und welche möglichkeiten ich gerade jetzt habe. Das bedeutet nicht, die Fähigkeit für weitläufige Planung zu verlieren oder sich vor der Welt in den Moment zu flüchten. Im Gegenteil wir werden durch Meditation sensibeler für die großen Zusammenhänge, da ja große geistige Energie frei wird, wenn innnere Blockaden abgebaut werden.
Welche Meditation führt uns am sichersten zu diesem Ziel? Soll Mensch sich ein Mantra in den Kopf planzen, oder seinen Blick starr auf ein Bild heften, oder etwa einem Gott die Führung überlassen? All diese Dinge führen zu besser Konzentration und auch Selbstbeherschung, aber das dabei der Blick für die Wirklichkeit immer noch verzerrt bleibt, ist für mich ein klares Gegenargument für solcherlei Techniken. Damit will ich nicht sagen, das diese Meditationenarten nicht ihre Berechtigung haben. Man kann damit auch sehr gezielte Wirkungen erreichen.
Als Beispiel sei das Chakra –Yoga genannt, eine Meditation in der man sich der Energiekanäle und –knoten des Körpers bewusst macht, und diese dann zu lenken lernt. Oder im Pranajama -Yogasystem findet man viele nütliche Atemtechniken, die zur Sammlung, Vitalität und Weisheit führen. Aber man sollte dabei doch einiges an Erfahrung haben oder einen vertrauenswürdigen Lehrer. Zu schnell verliert man sich in süßer Illusion, die dann nicht mehr viel mit Bewusstseinserweiterung zu tun hat. Oder noch schlimmer man verdirbt sich den Verstand- wird größenwahnsinnig oder einfach geistig taub. Na ja, so weit vermögen es sicher nur die wenigsten zu treiben. Aber manch ein Guru oder Lama hat sicher dieses Schicksal erlitten.
Vipassana Meditation
Die Atmung ist ein sehr gutes Meditationsobjekt. Der Atem ist wie das Leben selbst, ein stetiges Auf und Ab. Kein Atemzug gleicht dem anderen. Mal atmen wir schneller, mal langsamer. Der Atem ist immer da, egal wo wir sind. Meditation fängt vielleicht im Sitzen an, aber sollte doch auf das ganze Leben ausgedehnt werden.
Die Atmung ist auch ein guter Indikator für unsere Stimmung. Wenn wir uns auf unsere Atmung konzentrieren, wird diese Automatisch ruhiger und damit unsere Gemütslage. Wichtig ist das man die Atmung lediglich beobachtet und nicht versucht zu kontrollieren. In der Sitzmeditation lässt sich diese Beobachtung üben, im Alltag kann man sie dann Anwenden. So kann man z.B. innerhalb eines emotionalen Gespräches die Ruhe bewahren und doch noch zur Versöhnung gelangen.
Die Atmung ist ein inniger Teil von uns, er begleitet uns ein Leben lang. Die Atmung belügt uns nicht, wenn wir der Atmung gewahr sind, sind wir im Moment verankert. Unser Bewusstsein betrachtet ein Phänomen was gerade Jetzt passiert, und sich dabei ständig wandelt. Alle Phänomene sind so beschaffen, sie wandeln sich jeden Moment. Wahrlich der Atem ist ein guter Lehrer. Wir können durch ihn zu uns selbst finden und all die Illusion, die wir uns selbst erschaffen, zerbricht an seiner scharfen Klarheit. Er lehrt uns, dass es keine Wahrheit außer der unmittelbar erfahrbaren gibt.
Ein weiteres wunderbares Meditationsobjekt ist unser Köper und die dazugehörigen Sinne. Auch unsere Gedanken zählen dazu. Doch bei alldem ist die Erfahrung des unmittelbaren Moments entscheiden. Dazu ist es Hilfreich die Phänomen getrennt zu betrachten. Hören, Sehen, Schmecken, Riechen, Fühlen und Denken.
Innerhalb der Meditation bedeutet das sich dieser Vorgänge bewusst zu werden. Ich höre dabei z.B. einen Vogel zwitschern, den Wind rascheln. Dabei höre ich nur und versuche mir nicht vorzustellen, wo der Vogel sitzt oder was für ein Vogel das jetzt ist. Der erste schritt ist natürlich sich dieser Vorgänge bewusst zu werden.
Ich rieche z.B. einen Apfelkuchen. Mir läuft das Wasser im Mund zusammen und ich habe gleich das Bild eines Backofens vor mir in dem ein leckerer Apfelkuchen gebacken wird. Auf einmal merke ich wie mein Magen zu Grummeln anfängt und ich denke darüber nach wann ich das letzte Mal gegessen hab und so weiter und so fort. Hier ist der Punkt wo das ganze aus dem Ruder gerät, wir werden unruhig und wollen ein Stück Apfelkuchen.
Doch in dem Moment wo wir uns dieser Dynamik bewusst werden, haben wir die Möglichkeit etwas zu tun. Kehren wir erstmal zur Atmung zurück und nehmen das Ein- und Ausatmen wahr. Nun sind wir wieder bei uns, nicht bei dem Apfelkuchen oder sonst wo. Aber wir haben viel dazu gelernt über unseren Geruchsinn und wie er mit anderen Dingen zusammenhängt. Beim nächsten Mal versuchen wir uns noch mehr auf das Riechen zu konzentrieren ohne etwas hinzu zu fügen.
In dem wir die Sinneswahrnehmungen einzeln betrachten, werden uns die subtilen Zusammenhänge zwischen Körper und Geist bewusst. Meditation heißt in diesem Zusammenhang Bewusstheit und Achtsamkeit. Wir sind uns bewusst was wir gerade tun und im besten Fall stehen unsere Handlungen mit diesem Wissen im Einklang So lichtet sich Schritt für Schritt der Schleier – Unbewusstes wird Bewusst.
Diese Form der Meditation nennt man Vipassana und stammt aus dem Teraveda-Buddhismus. Vipassana wird mit Einsichts- oder Achtsamkeitsmeditation übersetzt. Aber auch unter dem Namen Vipasaana-Meditation werden verschiedene Techniken gelehrt. Gemeinsam haben die unterschiedlichen Techniken (die mir bekannt sind), das die Atmung immer eine wichtige Rolle spielt, die Prinzipien Sati(Achtsamkeit) und Samadhi(Konzentration, Sammlung) und die Metta-Bhavhana (Liebendes Herz Meditation) sind weitere Kernelemente.
Man braucht aber kein Buddhist zu sein um diese Meditation zu praktizieren, diese Form der Meditation ist so einfach und verständlich, das jeder die Möglichkeit hat sie anzuwenden. Vorraussetzung ist einzig und allein der Wille es zu tun.
Es gibt viele Meditationsformen und meditative Übungen die unseren Geist helfen zur Ruhe und Klarheit zu kommen. Neben der Vipassana-Technik möchte ich noch das Yoga-System nach Patanjali empfehlen, oder eine Schule die sich innerhalb dieser Tradition sieht.
Das schöne an diesem undogmatischen Yogasystem ist unter anderem, das es auch der Körper eine wichtige Rolle hat. Dieser Aspekt kommt in buddhistischen Traditionen oft zu kurz.
Beim Yoga werden viele gute Übungen gelehrt, die Körper und Geist stärken und bewusste Entspannung fördern. Gerade die Übungen, die den Rücken kräftigen und Verspannungen lösen oder die Beine biegsamer machen, sind für die Sitzmeditation äußerst nützlich.
Sport und gesunde Ernährung ist ebenfalls förderlich für die Meditation. In einem gesunden Körper wohnt ein gesunder, wie es so schön heist.
Sport ist außerdem eine gute Methode um zu Meditieren. Ganz da zu sein in der Bewegung, im Hier und Jetzt. Auch Tanzen, Musik machen, gute Gespräche führen, ja sogar Zähneputzen wird zur Meditation, wenn wir ganz bei der Sache sind.
In der Stille des Geistes entfaltet sich das Wunder des Augenblicks.